Glossar für Wein und Kulinaria

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Valdeón (ausgesprochen: Walde'on)

Weichkäse aus Kuhmilch mit Blauschimmelkulturen, in Ahornblättern gehüllt, herzhaft und angenehm würzig, ideal zu Rotwein, mind. 50 % Fett i. Tr. Wird in Kastilien-León hergestellt.

Vanilleton

Vor allem bei Weinen, die in Eichenholz-Barriques ausgebaut oder gelagert wurden.

Variedad

Spanische Bezeichnung für Rebsorte oder auch Rebsortenzusammenstellung.

Varietal

Wein, der zu mindestens 85 % aus einer Rebsorte erzeugt wurde.

Véraison (ausgesprochen: Wéräiso')

(frz.) Beginn der Traubenreifung, wenn die harten grünen Beeren weich werden und die Farbe der reifen anzunehmen beginnt. Frühjahrsfröste und großer Wassermangel können die Menge verringern, hinsichtlich der Qualität sind es die letzten Monate vor der Reife, die wirklich relevant sind.

VCPRD

„Vino de Calidad Producido en una Región Determinada“ , spanisches Synonym für Qualitätsweine in der EU. Einige Erzeuger führen zusätzlich zu D.O. und D.O.C. (Spanien), D.O.C. (Portugal), AOC (Frankreich), DOC und DOCG (Italien), QbA (Deutschland), entweder in vollständiger oder abgekürzter Form, beispielsweise VQPRD in Frankreich und VCPRD in Spanien. Alle EU-weit produzierten Weine, die nicht unter die Kategorie eines Qualitätsweins fallen, werden als Tafelweine (span. Vino de Mesa) bezeichnet.

VDP

Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter. Freiwilliger Zusammenschluss von 184 deutschen Spitzenweingütern, die an sich selbst und ihre Weine höhere Qualitätsanforderungen stellen als das Weingesetz und die regionalen Weinbauverbände.

Velho (ausgesprochen: Welyo)

(port.), dt. Alt. Vom Gesetz her mögliche Bezeichnung für mindestens zwei Jahre (Weißwein) bzw. drei Jahre (Rotwein) im Fass oder Tank gereifte Weine, die eine überdurchschnittliche Qualität aufweisen und 0,5 Volumenprozent Alkohol über dem gesetzlichen Minimum liegen sollen. Im Gegensatz zu einem Reserva oder Garrafeira muss der „velho“ nicht aus einem bestimmten Jahrgang stammen. Der „Vinho branco velho“ oder „Vinho tinto velho“ ist ein typisches Beispiel portugiesischer Kellereitradition, eine gehobene, zuverlässige Markenqualität eines gut ausgereiften Weintyps anzubieten.

Vendange tardive (ausgesprochen: wendansch' tardiw')

Französischer Ausdruck für „späte Lese“. Um den Zucker- und Geschmacksgehalt der Trauben zu erhöhen, werden sie länger an den Rebstöcken hänger gelassen als die mit der normalen Weinlese geernteten. Vgl. Spätlese. span. vendimia tardía port. vindima tardia

Vendimia

Spanische Bezeichnung für Weinlese.

Venencia (ausgesprochen: Venenßia)

Ein schmaler Silberbecher, der an einer Rute angebracht ist und bei der Sherry-Verkostung eingesetzt wird. Der langstielige Becher ermöglicht es dem Kellermeister, eine Probe aus dem Sherryfass zu entnehmen.

Verdial-Olive (ausgesprochen: Werdiall)

Das Öl der Verdial-Olive ist fruchtig-frisch, ohne jede Bitterkeit oder Schärfe und von relativ niedrigem Säuregehalt, deshalb sollte es kühl und dunkel lagern. Verdial wird hauptsächlich in Extremadura und in Andalusien, dort vor allem in der Provinz Málaga kultiviert, weshalb der Sorte je nach Herkunft oft der entsprechende Ursprungsname beigegeben wird. Die Früchte eignen sich neben der Ölgewinnung gut als Tafeloliven und erzielen mit ca. 22 Prozent einen überdurchschnittlichen Ölertrag. Der angenehm fruchtige Geschmack macht das Verdial-Olivenöl besonders geeignet für Salate und kalte Platten. Synonym: Verdial de Vélez Málaga

Verduras/ hortalizas (ausgesprochen: Werduras/ órtalissass)

(span.), dt. Gemüse

Veredeln

Aufpfropfen eines Edelreisers auf eine Unterlagsrebe Umpfropfen.

Verkostung

Auch „Degustation“. Methode der Weinanalyse und -beurteilung auf Grundlage der sinnlichen Wahrnehmung von Farbe, Duft und Geschmack; mithilfe einer Verkostung kann nicht nur die sensorische Qualität von Weinen beurteilt, es können auch Aussagen zu ihrem Gesundheitszustand bzw. zu ihrer Stabilität, ihrer Alterungsfähigkeit und ihrer geschmacklichen Enwicklungsfähigkeit getroffen werden. Die Verkostung gründet auf Erfahrung. Man kann nicht erkennen, was man nicht kennt. Die Verkostung ist eine Tätigkeit, die das Erinnerungsvermögen bereichert und schult. Im Gedächtnis gespeicherte Sinneseindrücke werden dabei wiederentdeckt. Für die Verkostung sollten vorbeugende Maßnahmen getroffen werden, um Sinnesreize auszugrenzen, die die wahrgenommenen Eindrücke und somit den Wahrnehmungsprozess verfälschen können. Man benötigt deshalb: Eine ausreichende Lichtquelle Einen mattweißen Hintergrund Eine geruchsfreie Umgebung Das Vermeiden von Produkten, die die Empfindlichkeit der Geschmacksnerven beeinträchtigen können (Bonbons, Kaugummi, bittere oder saure Produkte) Die Konzentration des Verkosters Unmarkierte Gläser, die jedem Verkoster in der gleichen Reihenfolge hingestellt werden. Die Gläser sollten nur mit entkalktem Wasser und ohne Spülmittel gereinigt werden. span. degustación port. degustação

Verrieseln

Anomale Entwicklung bei der Bildung der Traubenbeeren (Fruchtansatz) während des Wachstumszyklus. Als Folge fallen die Beeren kurz nach der Blüte ab. Ursache ist meist eine kalte, niederschlagreiche Witterung im Frühjahr, die Folge ist ein verringerter Ertrag. Manche Traubensorten - z.B. Merlot - sind empfänglicher für Verrieseln als andere. span. corrimiento

Versanddosage

Eine Mischung aus Wein und gelöstem Rohrzucker, der dem Schaumwein nach dem Degorgieren hinzugefügt wird. Die Menge des Zucker hängt dabei von der gewünschten Süße des fertigen Weins ab. Dieser Vorgang wird Dosage genannt. span. licor de expedición port. licor de expedição frz. liqueur d'expedition

Verschlossen

Ein gerade geöffneter Wein, der noch Sauerstoff benötigt, um seine Aromen bestmöglich zum Ausdruck zu bringen, vor allem lange gelagerte Weine öffnen sich meist nach kurzem Luftkontakt. In der Weinansprache ein Begriff für sehr junge oder sehr lange in der Flasche gelagerte Weine. Große Gewächse sind oft in den ersten Jahren nach dem Abfüllen verschlossen und bedürfen, um sich zu öffnen, weiterer Reifezeit. span. cerrado

Verschnitt

Aus mehreren Weinen unterschiedlicher Herkunft und/oder Rebsorten und/oder Jahrgängen zusammengestellter Wein, meist um die Komponenten des Weines wie beispielweise Säure und Farbstoffe auszubalancieren. Oft wird auch der aus dem Französischen stammende Begriff „Cuvée“ verwendet. span. cuvée, assemblage, ensamblaje port. cuvée, assemblage

Vertente (ausgesprochen: Wertente)

Portugiesische Bezeichnung für die Schräglage eines Steilhangs; aber auch Name eines Rotweins aus der D.O.C. Douro von Dirk van der Niepoort.

Vertikalprobe

Verkostung verschiedener Jahrgänge desselben Weins.

Viña/Viñedo (ausgesprochen: Winya)

(span.), dt. Weinberg. Begriff, der oftmals auch als Namensbestandteil für Weine benutzt wird, die nicht von einem Weinberg dieses Namens stammen. port. vinha

Viño

Spanische Bezeichnung für Wein.

Vid

Spanische Bezeichnung für Weinstock.

Viejo

Spanische Bezeichnung für alt, gereift.

Vila (ausgesprochen: Wila)

(port.), dt. Villa, Landhaus. Mögliche Bezeichnung für ein Weingut.

Vin de Pays

franz. Landwein. Diese Bezeichnung wurde für eine Zwischenkategorie der Weinqualität gewählt, die 1973 geschaffen und 1979 formell festgelegt wurde, als Anerkennung und Ermutigung für die Erzeugung von Weinen, die deutlich besser sind als der einfache Vin de Table.

Vin Doux Naturel (ausgesprochen: Wäi' duu naturell)

(frz.) wörtl. „natursüßer Wein“, ein eher irreführend Begriff, denn die alkoholstarken französischen Dessertweine werden durch Aufspriten d.h. durch Zugabe von Branntwein in nicht voll vergorenen Most erzeugt und entwickeln ihre Süße nicht durch einen natürlichen Prozess. Berühmt sind die Süßweine aus dem Roussillion Maury, Banyuls, Rivesaltes und Muscat de Rivesaltes sowie der berühmte Muscat aus dem Ort Beaum-de-Venise an den Côtes du Rhône.

Vin Gris (ausgesprochen: Wäi' grie')

(frz.), wörtl. „grauer Wein“; ein sehr heller Rosé

Vin Jaune (ausgesprochen: Wäi' schaoun'(e))

(frz.), dt. wörtl. Gelber Wein: im französischen Jura erzeugter Weißwein aus Savagnin-Trauben, der wie ein Sherry aufgespritet und unter einer dichten Schicht Florhefe, die im Jura als „voile“ bezeichnet wird, zwei bis drei Jahre im Fass ausgebaut wird. Der bekannteste Vin Jaune stammt aus dem Angebaugebiet Château Chalon.

Vin Santo (ausgesprochen: Win santo)

(ital.), dt.: „Heiliger Wein“. Dessertwein aus der Toskana, der wie Madeira oder der Sherry-Typ Oloroso gezielt oxidiert wird. Nach der Lese werden die Trauben (Rebsorten: Trebbiano und Malvasia) über den Winter auf Trockenböden gelagert, wobei sie schrumpfen und eintrocknen. Durch den Flüssigkeitsverlust wird der Traubenzucker konzentriert, und man erhält einen sehr süßen Most. Er wird zusammen mit einem Rest Hefesatz aus der letzten Produktion in kleinen Fässern mit 50 bis 300 Litern Inhalt abgefüllt. Während der langsamen Vergärung und Reifung werden die versiegelten Fässer meist unter dem Dach gelagert. Dort verbleiben sie mindestens drei Jahre, aber auch fünf oder sechs Jahre länger sind möglich. Während der Reifung werden die Fässer nicht aufgefüllt, was folglich zu Schwund und damit zu Oxidation führt und dem Wein seine charakteristische bernsteinfarbige Tönung verleiht. Die Stile des Vin Santo sind unterschiedlich und reichen von trocken bis sehr süß. In Italien wird Vin Santo gerne als Aperitif gereicht oder als Begleiter zu Süßspeisen. Traditionell reicht man süßes Mandelgebäck (Cantuccini) zum Vin Santo.

Vinagre (ausgesprochen: Winagre)

(span.), dt Essig; etymologisch aus den französischen Begriffen für Wein (vin) und für sauer (aigre) zusammengesetztes Wort (frz. vinaigre). Essig wird meist von Wein hergestellt, wenn er mit Sauerstoff längere Zeit in Kontakt kommt, d.h. wenn Äthanol - die genießbarste Form aller Alkohole - an der Luft zunächst zu Aldehyd und dann zu Essigsäure oxidiert.

Vinagre de Jerez

(span), dt. Sherry-Essig, der in der andalusischen Sherry-Hauptstadt Jerez aus Sherry-Grundweinen erzeugt wird. Wie der Sherry reift auch der Essig in der Solera: der einfache Essig sechs und die „Reserva“ 24 Monate.

Vinho Branco (ausgesprochen: Winyo branko)

(port.), dt. Weißwein

Vinho da Casa (ausgesprochen: Winyo da casa)

(port.), dt. Hauswein. Beliebte Bezeichnung von Kellereien für eine einfache, aber meist zuverlässige Tischweinqualität vor allem in der Gastronomie, wo der „Vinho da Casa“ als preiswertester Wein oft zusammen mit dem Tagesmenü angeboten wird.

Vinho de Mesa (VDM) (ausgesprochen: Winyo de mesa)

(port.), dt. Tafelwein; zwar die unterste Kategorie der portugiesischen Weine, doch hat Portugal eine große Tradition in der Erzeugung von „Vinho de Mesa“. Eine ganze Reihe der besten portugiesischen Weine werden so bezeichnet, weil es entweder traditionsreiche Gebietsverschnitte sind, der Herkunftsort geheim bleiben soll (um die Konkurrenz nicht auf den Plan zu rufen), oder die Rebsorten nicht in das Qualitätsweingesetz passen. Mit der Einführung des „Vinho Regional“ könnte die Bedeutung des „Vinho de Mesa“ etwas zurückgehen.

Vinho Espumoso (ausgesprochen: Winho eschpumoso)

(port.), dt. Schaumwein. Wein, der durch Zusatz von Kohlensäure hergestellt wurde. Vgl. Espumante.

Vinho Generoso (ausgesprochen: Winho scheneroso)

(port.) Oberbegriff für alle Likör- und Dessertweine Portugals, die aufgespriteten Weine wie Carcavelos, Moscatel de Setúbal, Port, Madeira etc., im direkten Gegensatz zum „Vinho de Mesa“, dem Oberbegriff für rote und weiße Tischweine.

Vinho Leve (ausgesprochen: Winyo lev')

(port.), dt. Leichter Wein: Weine, die den Mindestalkoholanforderungen in den jeweiligen Regionen nicht entsprechen, dürfen unter bestimmten Voraussetzungen als „Vinho de Mesa“ mit der Zusatzbezeichnung „Vinho Leve“ oder „Baixo Grau“ (niedriger Alkohol), vermarktet werden. Der Mindestalkohol beträgt dann neun vol. Prozent.

Vinho Licoroso (ausgesprochen: Winyo likoroso)

(port.), dt. Likörwein. In Portugal ein süßer mit Alkohol aufgespriteter Wein; nicht zu verwechseln mit einem „Vinho Generoso“, der trocken oder süß sein kann.

Vinho Maduro (ausgesprochen: Winyo maduro)

(port.), dt. Reifer Wein. Dieser Begriff, teilweise auch auf dem Etikett gebräuchlich, wird in Portugal oft zur Unterscheidung vom Vinho Verde benutzt, um einen reiferen, weniger säurebetonten Weintyp zu charakterisieren, unabhängig vom Gebiet.

Vinho Novo (ausgesprochen: Winyo novo)

(port.), dt. Neuer Wein: Dieses Prädikat ist Qualitäts- und Landweinen vorbehalten. Auf dem Etikett muss der jeweilige Jahrgang angegeben werden.

Vinho Regional (VR) (ausgesprochen: Winyo regional)

Portugiesische Bezeichnung für Landweine, umkomplizierte zum Teil auch qualitativ hochwertige Weine aus den acht Regionen Minho, Trás-os Montes, Beiras, Ribatejo, Estremadura, Alentejano, Terras do Sado und Algarve, die zum Teil in weitere Subregionen unterteilt sind. Erzeuger, die außerhalb der definierten Qualitätsweingebiete liegen oder andere als die klassifizierten Rebsorten an- und ausbauen, verwenden diesen Begriff. Die genauen Statuten und die offiziellen Landweingebiete und -bezeichnungen sind noch in der Ausarbeitung. Bislang stehen nur Terras do Sado und Alentejo fest. Die Bezeichnung dürfte auch für hochwertige Weine viel Bedeutung erlangen. Zum einen, weil die Rebsortenzusammensetzungen der Weinberge oft nicht den Qualitätsweinanforderungen entsprechen, z. B. im Falle internationaler Sorten oder regionsuntypischer, aber hochwertiger portugiesischer Sorten. Zum anderen, weil es manche hervorragende Weingüter gibt, die außerhalb der Qualitätsweinregionen liegen, in die festgelegten Gebiete für den „Vinho Regional“ aber integriert werden können.

Vinho Tinto (ausgesprochen: Winyo tinto)

(port.), dt. Rotwein. Im Gegensatz zu Weißweinen können Rotweine nur aus roten Trauben erzeugt werden, denn die rote Beerenhaut ist für die Farbe des Weines unerläßlich. Die gesamte Traubenverarbeitung zielt darauf hin, die Phenole aus der Schale zu lösen und während des weiteren Verlauf der Weinbereitung zu erhalten. Nach dem Abbeeren der Trauben werden sie leicht gequetscht, so dass eine Mischung aus festen und flüssigen Bestandteilen (Maische) entsteht. Bei der Erzeugung von Weißweinen werden diese Bestandteile nun durch Keltern voneinander getrennt, bei der Bereitung von Rotweinen wird die Maische nun in ein Gärgefäß gegeben, wo sie bei einer Temperatur von etwa 20 Grad zu gären beginnt. Von entscheidener Bedeutung sind dabei Gärtemperatur und Dauer des Gärprozesses, die wiederum von der Rebsorte und der Region, in der sie angebaut wurde, sowie von der gewünschten Qualität abhängen. Bei Rotweinen wird generell bei höheren Temperaturen als bei Weißweinen vergoren, denn die für die Herstellung unerläßlichen Farbstoffe (Farbextraktion) und Tannine werden so besser aus den Schalen gelöst. Die Gärung bricht bei etwa 35 Grad ab, daher ist eine Temperaturkontrolle entscheidend. An der Oberfläche der Maische bildet sich während der Gärung der sogenannte Tresterhut, der weil er so kaum Farbe und Tannine abgibt von Zeit zu Zeit von oben aufgebrochen (Untertauchen oder frz. pigeage) oder umgepumpt (frz. remontage) werden muss. Zur Farbregulierung werden heute Techniken wie z.B. rotierende horizontale Gärtanks, in denen die Maische zwecks ständigem Kontakt zwischen Schale und Saft ständig rotiert oder die Maischeerhitzung angewendet. Hierbei werden die Beeren zu Beginn der Maischung erhitzt, um eine bessere Farbextraktion zu erzielen; was allerdings zu einem marmeladigen Geschmack, auch als „Kochton“ bezeichnet, führen kann. Die Zeit des Kontaktes zwischen Schalen und Most (Mazerationszeit) kann variieren: Normalerweise liegt die Mazerationszeit für einen Rotwein mit guter Farbe und mittlerem Tanningehalt bei etwa sechs Tagen. Soll ein Wein einen höheren Tanningehalt aufweisen, weil er beispielsweise länger reifen soll, sollte er mindestens zwölf Tage Maischekontakt haben. Insgesamt kann der Gärprozess zwischen ein bis drei Wochen dauern.

Vinho Velho (ausgesprochen: Winyo welyo)

(port.), dt. Alter Wein; das Prädikat ist Qualitäts- und Landweinen vorbehalten und zeichnet sich neben anderen Bestimmungen hinsichtlich Reife und Geschmack durch einen Mindestalkoholgehalt von 11,5 Vol. Prozent aus.

Vinho Verde (ausgesprochen: Winyo werde)

(port.), dt. wörtlich: „Grüner Wein“. Der Name „Vinho Verde“ kann einerseits von der immergrünen Landschaft seiner Herkunftsregion - dem Minho, im äußersten Nordwesten des Landes - abgeleitet werden, andererseits steht er auch für den Charakter dieser Weinspezialität. Junge, frische Säure, gepaart mit feinen Aromen von grünen Äpfeln bis hin zu leichtem Limettenduft zeichnen den Vinho Verde aus. Die roten Sorten des Vinho Verde werden bislang nur in der Region selbst getrunken.

Vinifikation

Weinbereitung; Kelterung und Vergärung des Mostes. Vgl. Weinbereitung (Rotwein), Weinbereitung (Weißwein). span. vinificación port. vinificação

Vino borracho (ausgesprochen: Winho borratscho)

(span.), dt. wörtlich „betrunkener Wein“; Mischung von Wein und Alkohol zum Aufspriten von Málaga.

Vino de Aguja (ausgesprochen: Wino de agucha)

(span.), dt. Perlwein. Eine Zwischenstufe zwischen stillem Wein und Schaumwein. Er wird ähnlich wie ein Schaumwein erzeugt, jedoch mit geringeren Vorgaben (z. B. weniger Kohlensäuredruck). Eisgekühlt serviert, eignet er sich sehr gut als Aperitif.

Vino de Color (ausgesprochen: Wino de colorr)

(span.) Unvergorener frischer Traubenmost, der aus Pedro Ximénez oder Moscatel erzeugt und durch Hitze zwischen einem Drittel und einem Fünftel seiner ursprünglichen Menge reduziert wird. Vino de Color wird Sherry und Sherry-ähnlichen Getränken beigegeben, um sie dunkler zu färben.

Vino de la Tierra (ausgesprochen: Wino de la tierra)

(span.) Vino de la Tierra (VdlT) entspricht in etwa dem deutschen Landwein; Wein, der zu 60 Prozent aus einem bestimmten Anbaugebiet in Spanien stammen muss. Pendant zum französischen „Vin de Pays“. Wird kaum exportiert. Beim Vino de la Tierra dürfen Rebsorte und Jahrgang angegeben werden. Derzeit gibt es in Spanien 42 VdlT-Regionen.

Vino de Mesa (ausgesprochen: Wino de messa)

(span.), dt. Tafelwein; einfachste Kategorie, erfasst Weine von Trauben aus nicht klassifizierten Weinbergen sowie Weine, die nicht den Statuten der spanischen D.O.'s entsprechen. Rebsorte, Jahrgang und geographische Herkunft werden auf dem Etikett nicht angegeben. Ein großer Teil wird zu Alkohol destilliert.

Vino de Pago (ausgesprochen: Wino de pago)

(span.), dt. Einzellagen-Wein. Neue spanische Herkunfts- und Qualitätsbezeichnung, die mit dem Weingesetz 2003 eingeführt wurde. Sie bezeichnet Weine mit eigenständigem Charakter aus Einzellagen. Dabei standen die französischen Lagenweine, die Crus oder Clos, Pate. Bisher gibt es nur wenige genehmigte Pago-Gebiete wie Dominio de Valdepusa (Marqués de Griñon), Finca Elez (Manuel Manzeneque) und Bodegas Martúe La Guardias D.O. Pago Campo de la Guardia.

Vino Joven (ausgesprochen: Wino choven)

(span), dt. Junger Wein: Frischer und meist fruchtiger Wein, der in der Regel im ersten Jahr nach der Ernte verkauft/getrunken wird und gar nicht oder nur für sehr kurze Zeit im Holzfass (max. sind sechs Monate erlaubt) reift Semi-Crianza. Ein junger Wein sollte spätestens drei bis vier Jahre nach der Ernte getrunken werden, da er sonst das verliert, was ihn auszeichnet: seine Fruchtigkeit und Frische.

Vino Rancio (ausgesprochen: Wino ranßio)

(span.) Spanische Bezeichnung für „Firnwein“. Aber auch in der Weinansprache üblicher Begriff für einen bestimmten oft durch Alkohol verstärkten Wein, der durch gezielte Oxidation oder Madeirisierung - etwa durch Einwirkung von Sauerstoff oder Wärme - erzeugt wird.

Vino tierno (ausgesprochen: Wino tierno)

(span.), dt. wörtl „zarter Wein“; Málaga-Wein von sonnengetrockneten Trauben.

Vintage (ausgesprochen: Win'tasch)

(engl.), dt. Jahrgang. Aber auch Bezeichnung für einen Portwein-Stil. Qualität, Menge und Eigenschaften eines Weinjahrgangs hängen, besonders in den nördlichen Weinbaugebieten, von den Witterungsverhältnissen während der Wachstumsphase ab. Sie werden bestimmt durch den Austriebstermin (die physiologische Reife der Trauben nach der Blüte bis zur Ernte sollte 100 Tage nicht überschreiten), den Verlauf der Blüte sowie den Beginn und Verlauf der Reife. Früher Reifebeginn und stärkere Zunahme der Mostgewichte führen zu deutlich reiferen und wertvolleren Trauben, als in ungünstigen Jahren. Mit dem Anstieg des Mostgewichtes reduziert sich die Säure. Der Winzer kann mit seinem Fleiß an ungünstigen Qualitäten nicht viel verändern. Oft entscheidet erst kurz vor und während der Lese eine günstige Witterung über die Qualität des neuen Weinjahrgangs. Ältere Weine verlieren mit der Zeit ihren Jahrgangscharakter. span. cosecha port. colheita

Vintage Character Port (ausgesprochen: Vin'tasch käräkter port)

(engl.) Im Gegensatz zu einem Vintage-Port ist ein Vintage Character nicht das Produkt eines einzelnen Jahrgangs, sondern ein Verschnitt hochwertiger Weine aus mehreren Jahrgängen, der bis zu fünf Jahren in großen Fässern gelagert und vor der Abfüllung gefiltert werden muss.

Vintage Port (ausgesprochen: Win'tasch port)

(engl.) Ein Portwein, der aus einer herausragenden Ernte hergestellt wird, darf als Vintage Port deklariert werden. Dieser Wein reift, nach einer zwei- bis dreijährigen Lagerung in Holzfässern, noch mindestens zehn Jahre in der Flasche weiter, bevor er getrunken werden kann. Mit den Jahren wird er weicher und gibt seine tiefe, dunkle Farbe als Kruste ab, wobei er an Struktur und Komplexität deutlich gewinnt. Unbedingt dekantieren! Fällt die Ernte außergewöhnlich gut aus, beschließt man, diesen vortrefflichen Wein unverschnitten zwei Jahre im Faß zu lagern, bevor er in liegenden Flaschen weiter reifen kann. Dann wird die Bezeichnung „Vintage“ samt Jahrgang auf dem Etikett angegeben.

Viskosität

Zähflüssigkeit, d.h. das Ausmaß, in dem eine Flüssigkeit sich des Fließens widersetzt. Wahrscheinlich ist der Grad an Viskosität und der Gehalt an Glyzerin im Wein für die Entstehung von „Kirchenfenstern“ am Glasinnenrand verantwortlich. Die höchste Viskosität weisen extraktreiche Weine auf, die sowohl süß als auch alkoholstark sind.

Viticultor

Spanische Bezeichnung für Weinbauer.

Vitis Vinifera

Lat. Bezeichnung für die aus Europa stammende, speziell zur Weinerzeugung geeignete Rebpflanze.

Voll

Reich an Extraktstoffen und Alkohol, ähnlich wie füllig.

Vollendet

Superlativ für einen großen Wein; beschreibt auch den Reifehöhepunkt.

Vollkommen

Höchstes Lob für einen Spitzenwein.

Vollmundig

Voller, körperreicher Wein mit höherem Alkoholgehalt. span. un vino lleno

Vorklären

Säubern des Weißweinmostes von seinen unreinen Bestandteilen, Beerenresten und Stielen. Geschieht teils durch 24-stündiges Absetzen im gekühltem Edelstahltank, teils durch Zentrifugieren, teils durch die Beigabe von Enzymen.

Vorlaufmost

Der hochwertige Mostteil, der nach dem Mahlen der Trauben ohne weiteres Pressen von der Kelter läuft. span. primer mosto

Vornehm

Eleganter, feiner, reifer Wein, der nicht unbedingt ein hohes Maß an Alkohol, Säure oder Tannin aufweisen muss.

VQPRD

„Vinho de Qualidade Produzido em Região Determinada”; allgemeine Bezeichnung für Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete. Oberbegriff für sowohl die DOC- als auch die IPR-Weine. Unter den Stichworten werden DOC-Regionen mit DOC abgekürzt, IPR-Regionen entsprechend der häufigen Verwendung auf Etiketten als VQPRD geführt. Zu den „Vinhos de Qualidade Produzidos em Regiões Determinadas” zählen derzeit 32 definierte Qualitätsweinregionen, von denen 26 als DOC-Gebiete höher eingestuft sind und sechs den IPR-Status haben.

VR

(port.) „Vinho Regional“; Bezeichnung für umkomplizierte zum Teil auch qualitativ hochwertige Landweine. Vgl. Vinho Regional