Glossar für Wein und Kulinaria

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Paço, Palácio (ausgesprochen: Passo, palássio)

(port.), dt. Schloß, Palast. Offiziell erlaubter Begriff, der auf ein Weingut hinweist.

Pacharán (ausgesprochen: Patscharánn)

Schlehenlikör auf Anis-Basis aus Navarra.

Paella (ausgesprochen: Paeya)

Reisgericht mit verschiedensten Zutaten, das ursprünglich ein einfaches Landarbeitergericht war. In einer runden, flachen Pfanne wurde Reis gegart, der mit Schnecken, Gemüse oder Fleisch, falls vorhanden, ergänzt wurde. Heute gilt die valencianische Spezialiltät als spanisches Nationalgericht schlechthin und ist in allen möglichen Variationen erhältlich.

Pago (ausgesprochen: Pago)

(span.) Gutsbezogene Einzellage. Seit im Sommer 2000 das Landwirtschaftsministerium von Kastilien-La Mancha ein Dekret erlassen hat, das die Vergabe der anerkannten Herkunftsbezeichnung für sogenannnte „pagos“ möglich macht, zieht Spanien erstmals mit Frankreich und Italien gleich, wo Spitzenweingüter seit langem mit Herkunftsbezeichnungen vermarktet werden dürfen. Seit Sommer 2002 ist die Dominio de Valdepusa von Carlos Falcó, Marqués de Griñon, nun offiziell Spaniens erste eingetragene Pago-D.O.

Pale Cream (ausgesprochen: Päl' criem)

Typisch für diesen leichten und süßen Sherry ist seine blassgelbe Farbe. Aus hellen Süßweinen und Fino gemischter Sherry; zum Teil auch aus süßen Weinen und Oloroso erzeugt, dann durch Filterung über Aktivkohle entfärbt.

Palheis (ausgesprochen: Pal'ejsch)

Frischer portugiesischer Weichkäse aus 100 % Ziegenmilch, elastischer Teig, milchfrisch, zart salzig, ideal geeignet zum Anmachen als Salat, mind. 50 % Fett i.Tr. Wird in der Region Estremadura-Ribatejo erzeugt.

Palo Cortado (ausgesprochen: Palo kortado)

Ein durch natürliches Absterben der Florhefeschicht entstandener mahagonifarbener Sherry-Typ zwischen Fino und Oloroso, geschmacklich zwischen Amontillado und Oloroso angesiedelt.

Pan (Pão) (ausgesprochen: Pann (pao))

(span./ port.), dt. Brot

Pan de molde (ausgesprochen: Pann de molde)

(span.), dt. Toastbrot

Pan integral (Pão integral) (ausgesprochen: Pann integrall (pao integrall))

(span./port.), dt. Vollkornbrot

Pappig

Wein mit übermäßiger, einseitig wirkender (klebriger) Süße, der keine ausreichende Säure als Pendant gegenübersteht.

Parfümiert

Wein mit intensivem, aufdringlich wirkendem („lautem”) Bukett; für einige Sorten wie Muskateller, Gewürztraminer und bestimmte Neuzüchtungen sind parfümiert wirkende Weine typisch.

Particular (ausgesprochen: Particular)

(port.), dt. besonders, privat. Auf dem Etikett angegebener Begriff, der eine besondere Qualität signalisieren soll, z. T. in Verbindung mit den Bezeichnungen Reserva und Garrafeira.

Passito (ausgesprochen: Passito)

Ital. Ausdruck für einen Wein, der aus luftgetrockneten Trauben erzeugt wird, beispielsweise Vin Santo.

Pastel (ausgesprochen: Pastell)

(span.), dt. Pastete, Kuchen

Pastelería (ausgesprochen: Pastellería)

(span.), dt. Backwerk

Pasteurisierung

Nach dem französischen Chemiker Louis Pasteur (1822–1895) benanntes Verfahren zur Haltbarmachung von meist flüssigen Lebensmitteln durch Erhitzen auf eine Temperatur zwischen 60 und 95 °C bei unterschiedllicher Dauer. Dabei werden schädliche und Verderbung auslösende Mikroorganismen wie Hefen, Schimmelpilze oder Bakterien abgetötet. Moste werden bis 85° C erhitzt, bei Weinen reicht aufgrund ihres Alkoholgehalts eine Temperatur von 65° C. Bei der Weinbereitung wird das Verfahren vor allem bei einfacheren Weinen oder bei der Produktion von Traubensaft angewendet. Wein wird durch schnelles Erhitzen auf etwa 85 °Celsius innerhalb von etwa einer Minute pasteurisiert. Danach erfolgt eine rasche Abkühlung. Bei der Schnell-Pasteusierung wird der Wein innerhalb einiger Sekunden auf 95 °C erhitzt. Am häufigsten wird die Pasteurisierung bei der Flaschenabfüllung angewendet. Dabei werden die bereits gefüllten Flaschen auf etwa 55 °C erhitzt und auf Raumtemperatur abgekühlt. Bei unsachgemäßer Anwendung kann der sogenannte Kochton entstehen. span. paste(u)rización port. pasteurização

Pata Negra (ausgesprochen: Pata negra)

(span.), dt. wörtl. Schwarze Pfoten. Hochwertiger Spanischer Schinken von schwarzborstigen Schweinen. Siehe Jamón Real Ibérico.

Pata,

(span.), dt. Keule, Fuß

Patamar (ausgesprochen: Patamar)

(port.) Moderner, mit der Planierraupe angelegter terrassierter Weinberg im steilen Duoro-Tal. Durch die Wege, die für Traktoren angelegt wurden, ist in begrenztem Umfang eine mechanische Ernte möglich. Vgl. socalcos.

Patatas bravas (ausgesprochen: Patatas brawas)

(span), dt. Kartoffeln mit Tomatensauce

Patatas fritas (ausgesprochen: Patatas frittas)

(span.), dt. Pommes frittes

Paté (ausgesprochen: Patee)

(span), dt. Leberpastete

Pato (ausgesprochen: Pato)

(span./ port.), dt. Ente

Pato salvaje (ausgesprochen: Pato salwache)

(span.), dt. Wildente

Pavo (ausgesprochen: Pawo)

(span.), dt. Truthahn

Pálido (ausgesprochen: Pálido)

Natürlich alkoholreicher oder leicht gespriteter, heller Weißwein. Er wird wenig ausgebaut, oft in einer tinaja statt in Eichenholzfässern.

Pecho (ausgesprochen: Petscho)

(span.), dt. Brust (Schwein, Rind etc ...)

Pechuga (ausgesprochen: Petschuga)

(span.), dt. Brust (Geflügel)

Pedro Ximénez

1. Rebsorte, deren Weine zum Verschneiden mit anderen Sherrys (z. B. Cream-Sherry) verwendet werden. 2. rebsortenreiner, extrem süßer, sehr seltener Sherry; er wird ausschließlich aus der süßen, weißen Pedro-Ximénez-Traube gewonnen und ist insoweit eine Besonderheit. Der gereifte Sherry ist mahagonifarben bis schwarzbraun, süß, sirupartig, voll, stark, sehr ausgewogen und schmeckt deutlich nach Rosinen. Sein natürlicher Zuckergehalt beträgt ca. 400 Gramm pro Liter.

Pedroches (ausgesprochen: Pedrotsches)

Hartkäse aus Merinoschafsrohmilch, Dicklegung der Milch durch Distelenzyme, fünf Monate in geölter Rinde gereift, kräftig-pikant, mind. 65 % Fett i. Tr. Wird in Andalusien hergestellt.

Pepino (ausgesprochen: Pepíno)

(span.), dt. Gurke

Pera (ausgesprochen: Pera)

(span.), dt. Birne

Percebes (ausgesprochen: Persseb'sch)

(Port. und span.), dt. Entenmuscheln. Eine begehrte und köstliche Spezialität an der spanischen und portugiesischen Atlantikküste; eigentlich kleine Krebse, die sich zum Leidwesen der Sammler sehr gut zwischen den scharfkantigen Felsen verstecken. Percebes-Fischer müßen gut klettern können, um die mit ihren fingerlangen Stielen an Felsen oder Treibgut wachsenden Krebse zu ernten.

Perdiz (ausgesprochen: Perdiss)

(span), dt. Rebhuhn

Perejil (ausgesprochen: Perechil)

(span.), dt. Petersilie

Perlage/ Perlung (ausgesprochen: Perlasch')

Kohlensäurebildung (natürlich oder zugesetzt) bei Schaumweinen im Glas, die bei der Sicht- oder Geschmacksprüfung gleichermaßen spürbar ist. span. perlaje port. perlage

Pescado (ausgesprochen: Peskado)

(span), dt. Fisch

Pestizide

Schädlingsbekämpfungsmittel; Sammelbezeichnung für alle chemischen Pflanzenschutzmittel, die zur Verhütung und Bekämpfung von Rebkrankheiten eingesetzt werden. span. pesticidos port. pesticidas

Petiscos (ausgesprochen: Petiscosch)

(port). Kleine Leckerbissen, die in portugiesischen Kneipen, Cafés und Bars gereicht werden und mit den spanischen Tapas vergleichbar sind.

Petit Nevat (ausgesprochen: Petit newat)

Kleiner Weichkäse mit Weißschimmel aus 100% Ziegenmilch, heller geschmeidiger Teig, feines Aroma nach Waldpilzen, mit der Reifung würziger, mind. 50 % Fett i.Tr., wird in Katalonien erzeugt.

Petrolton

Typisches Aroma bei reifen Rieslingen.

Pez espada (ausgesprochen: Pess espada)

(span.), dt. Schwertfisch

Pfeffrig

Charakteristischer Ton bei Rhône- und Portweinen; auch für den würzigen Geschmack von Weißweinen wie Grüner Veltliner.

Pflanzliches Lab

Seit dem Altertum ist im Mittelmeerraum der Gerinnungseffekt von einigen Pflanzen bekannt. In Spanien macht man sich zur Käseherstellung seit jeher die Wirkung der Distel zunutze. Gewonnen wird das vegetarische Lab aus den violetten Diestelblüten "Cynara cardunculus", die in der Sonne getrocknet und dann in Leinensäcken gelagert werden. Die trockenen Blumen werden vor ihrer Verwendung sanft zerstoßen und in Wasser eingeweicht. Gibt man diese Flüssigkeit zur Milch, gerinnt sie. Der Effekt ist dem tierischen Lab sehr ähnlich. Nur macht das pflanzliche Lab den Käse in der Endmasse weicher und verleiht dem Käseteig einen zartbitteren Geschmack, ähnlich dem, wie er bei sehr hochwertigem Kakao geschätzt wird. Vollendung findet er bei der Verkostung von La Serena-Käse.

Pfropfen

Das Aufsetzen eines Sprösslings oder Edelreisers auf lebendes Pflanzengewebe. Die beiden Stücke wachsen zusammen und bilden miteinander eine neue Einheit. Die Methode wird seit dem 19. Jh. im Weinbau angewendet, nachdem das Pfropfen auf reblausresistente amerikanische Unterlagsreben als die einzig wirksame Waffe gegen die Reblausplage entdeckt wurde. span. injerto port. enxerto

pH-Wert

Maßangabe für den Säurestand in Most und Wein, wonach sich auch Farbe und Alterungspotenzial richten können. Wasser hat durchschnittlich einen pH-Wert von 7, Wein meist von 3,5

Phänologie

Lehre von den Wachstumszyklen der Pflanze im Laufe eines Jahres. Mithilfe dieser Disziplin ist es möglich, die Eignung bestimmter Rebsorten für bestimmte Klimazonen zu ermitteln. span. fenología port. fenologia

Phenole

Zur Gruppe der unter dem Begriff „Phenole“ oder auch „Polyphenole“ gefassten chemischen Verbindungen zählen die in den Trauben aber auch in anderen Früchten und auch in Oliven vorkommenden Pigmente wie Anthocyane, Tannine und viele Geschmacksstoffe. Polyphenole befinden sich in den Schalen, den Rappen und in den Kernen der Beeren. span. fenoles/polifenoles port. fenóis/polifenóis

Pièce (ausgesprochen: Pjess')

(frz.) Im Burgund gebräuchlicher Ausdruck für ein kleines Faß aus Eichenholz von 228 l Inhalt.

Picadillo (ausgesprochen: Pikadiyo)

(span.), dt. (angemachtes) Hackfleisch (oder -fisch); Rilettes.

Picual-Olive (ausgesprochen: Pikual)

Das Öl der Picual-Olive ist vor allem wegen seines Ölsäuregehalts, seines hohen Polyphenolgehalts und der Menge an natürlichen Antioxydantien von ausgezeichneter Haltbarkeit. Abhängig vom Anbaugebiet haben die Öle unterschiedliche Aromen. Aus Tieflagen neigen sie zu einem angenehmen bitteren Geschmack mit einer geringfügig holzigen Note, während die Öle aus den Bergen frischer und süßer sind. Picual ist eine für die Gegend um Martos (Provinz Jaén) typische Olivensorte. Sie wird auch in den Provinzen Córdoba und Granada angepflanzt. Im Allgemeinen ist die Frucht mittelgroß bis groß und ihr durchschnittliches Gewicht beträgt 3,2 Gramm. Der Ertrag an Öl ist mit durchschnittlich 22 Prozent sehr gut. Die Hälfte aller spanischen Oliven sind Picual-Oliven. Daher wird sie als die wichtigste der spanischen Olivensorten auch als „Königin“ der Oliven bezeichnet. Da es sich sehr gut erhitzen lässt, eignet sich Picual-Olivenöl gut für Gebratenes, für Fleisch- und Gemüsegerichte. Auch Salate und Gazpachos werden durch dieses Öl geschmacklich abgerundet.

Picudo-Oliven (ausgesprochen: Pikudo)

Das Öl der Picudo-Olive ist hell und mild. Das Aroma erinnert teils an exotische Früchte, teils ist ein leichter Apfel- oder Mandelgeschmack wahrnehmbar. Die Picudo ist in Andalusien beheimatet; sie wird in den Provinzen Córdoba, Granada, Málaga und Jaén kultiviert. Besonders großflächig wird sie im Gebiet Baena, im Südosten von Córdoba angebaut. Das dortige Olivenöl trägt eine D.O.-Kennzeichnung. Die Bäume dieser Sorte haben beachtliche Wurzeln und sind schon aus der Entfernung gut von anderen Sorten zu unterscheiden. Sie sind robust und passen sich gut an kalkhaltige Böden, Feuchtigkeit oder Dürre an. Picudo ist die zweitgrößte der zur Olivenölgewinnung verwendeten Sorten. Sie wiegt im Durchschnitt ungefähr 4,8 Gramm und ist auch als Tafelolive bestens geeignet. Der Ölertrag liegt bei etwa 20 Prozent. Durch ihr blumiges und fruchtiges Aroma eignet sich Picudo-Olivenöl besonders für kalte Platten, Carpaccios, Salate und gedünstete Gemüsegerichte. Es ist jedoch ebenso gut für Back- und Konditorwaren verwendbar. Synonym: Carrasqueña

Pikant

Weine mit reizvollem Duft, feiner Säure und Eleganz.

Pimentón (ausgesprochen: Pimentónn)

(span.), dt. Paprikapulver; das in Spanien sehr bekannte „Pimentón de la Vera“ wird als süße (pimentón dulce), mittelscharfe(pimentón agrodulce) und scharfe Version (pimentón picante) i.d.R. in Dosen verpackt angeboten. Der besondere, leicht rauchige Geschmack stammt von der Rauchtrocknung der Schoten über Eichenholz. Der charakteristische Geschmack dieses Paprika findet sich auch in Chorizo und der luftgetrockneten Lomo wieder. Es eignet sich hervorragend zum Würzen von Lamm und Schweinefleisch. Eine dezent hintergründige Schärfe erzielt man, wenn man das Fleisch einreibt, bevor man es im Ofen schmort. Auch zu gegrilltem Oktopus, z.B. dem galizischen „pulpo alla gallega“ ist es die ideale Würze.

Pimiento (ausgesprochen: Pimiento)

(span.), dt. Paprikaschote.

Pimientos de Padrón (ausgesprochen: Pimientoss de padrónn)

(span.) Kleine grüne Paprikaschoten, die im Norden Spaniens als Tapa oder Beilage gereicht werden. Pimientos sind einfach zuzubereiten und schmecken doch grandios: Einfach in einer Pfanne kurz in Olivenöl braten und kräftig salzen!

Pimientos del Piquillo (ausgesprochen: Pimientoss del pikiyo)

(span.) Rote schlanke Paprikaschote, die süß und aromatisch schmeckt und gerne als Tapa gereicht oder als Füllung von Meeresfrüchten, Muscheln und Stockfisch verwendet wird. Zuvor werden die roten Schoten über Feuer geröstet, geschält und entkernt.

Pintxos (ausgesprochen: Pin'tschoss)

Baskischer Begriff für Tapas.

Pipe (ausgesprochen: Peip')

Zur Lagerung von Portwein, einigen portugiesischen Weinen, Madeira und Marsala gebräuchliches Faß. Das Maß der Pipe für Port kann in der Regel regional von ca. 500 bis 630 l Inhalt variieren. Eine Pipe für Madeira und Marsala fasst 418 bzw. 423 l Wein.

Pirat

Ein zusätzlich aufgenommener Wein bei einer Wein-Bewertung, dessen Identität bzw. Präsenz den Verkostern nicht bekannt ist. Das kann zum Beispiel bei der Verkostung von ausschließlich Riesling-Weinen eine andere Rebsorte wie Weißburgunder sein. Die dahinter steckende Absicht ist, die Aufmerksamkeit und Objektivität der Verkoster zu erhöhen und auch zu prüfen.

Placa (ausgesprochen: Plaka)

(span.) Ein in einen Gärbehälter eingetauchtes Aggregat zur Kühlung des Mosts.

Plato (ausgesprochen: Plato)

(span.), dt. Teller, Gericht, Gang (Menu).

Plump

Wein mit hohem Alkohol- und Extraktgehalt, aber geringer Säure und wenig Frucht und Harmonie.

Polymerisierung

Molekularer Vorgang bei der Weinbereitung. Dabei setzen sich kleine Moleküle wie u.a. Anthocyane, Tannine und Acetaldehyd durch Sauerstoffkontakt zu größeren Molekülagregaten zusammen. Ist der Jungwein zu Beginn der Weinbereitung noch bitter und adstringierend, wirkt der Wein nach Ablauf dieser chemischen Reifungsreaktionen weit aus besser und runder. Dieser Prozess aus Polymerisierung und Oxidation beginnt bereits bei der Extraktion aus den Beerenhäuten und wird durch das Umpumpen (Remontage) der Maische während der Gärung fortgesetzt. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Verbindungen aus Anthocyanen, Acetaldehyd und Tannin, da durch den höheren Grad der Polymerisierung nicht nur die Farbe stabilisiert wird, sondern geschmacklich auch Bitterkeit und Adstringenz abnehmen. Ausgelöst wird diese Reaktion, wenn junger Rotwein unter leicht oxidativen Bedingungen lagert. Vgl. Fasslagerung. In reifenden Weinen verbinden sich einfache Phenol-Moleküle mit größeren Tannin-Polymeren und Polymerpigmenten, die so groß werden, dass sie aus dem Wein ausfällen und in der Flasche als Depot ablagern. span. polimerización port. polimerização

Ponche (ausgesprochen: Pontsche)

Spanischer Kräuterbranntwein; eine Mischung aus Brandy und Kräutern, die erstmals 1888 von dem Sherryproduzenten José de Soto hergestellt wurde. Ponche ist ein meist mit Orangengeschmack versetztes Getränk, das süßer ist als Brandy ohne jedoch die Konsistenz eines Likörs aufzuweisen.

Portwein

Ein alkoholverstärkter Wein, der im Duoro-Tal im Nordosten Portugals aus selektierten Trauben erzeugt wird und vor allem von Porto aus vertrieben wird. Sowohl das Terroir (Boden, Klima und Lage) machen ihn so einzigartig wie auch die Art der Weinbereitung durch Zugabe eines hochprozentigen Branntweins zum vergorenen Most, wodurch die Gärung unterbrochen und ein höherer Alkohol- und Süßegrad erreicht wird. Für die Porterzeugung werden überwiegend die Rotweinsorten Tinta Roriz, Touriga Nacional, Touriga Francesa, Tinta Cão, Tinta Barroca und Sousão verwendet. Für die vergleichsweise Menge weißen Portweins sind sechs Rebsorten zugelassen, von denen die drei Sorten Rabigato, Codega und Malvasia Fina vorherrschen. Sowohl aus roten als auch aus weißen Trauben kann jeweils süßer oder trockener Port entstehen sowie sämtliche Zwischenstufen. Traditionell sind die dunklen Ports meistens süß und die aus weißen Trauben gekelterten meistens trocken. Durch längere Fasslagerung in Pipes werden rote Ports heller, während umgekehrt die weißen Ports etwas dunkler werden und einen goldenen Farbton annehmen. Nach der Traubenernte wird Wert auf eine besonders schnelle und vollständige Extraktion der Trauben gelegt. Traditionsgemäß geschieht dies durch Stampfen in Granittrögen, den sogenannten „lagares“. Dieses Verfahren ist zwar effektiv, aber auch arbeitsaufwändig und kostenintensiv. Es ist daher heute nur noch den besten Ports, meist den als Vintage Port vorgesehenen Weinen, vorbehalten. Für die meisten Ports werden daher heute Tanks für die Autovinifikation und elektrische Pumpen eingesetzt. Im Laufe der darauffolgenden Gärung wird der Hut aus Traubenschalen immer wieder mit Paddeln heruntergedrückt oder mit Wein überpumpt Umpumpen/Remontage. Hat der Most durch Gärung einen Alkoholgehalt von sechs bis neun Volumenprozent erreicht, wird er mit 77-prozentigem Alkohol im Verhältnis von einem Teil Alkohol zu vier Teilen Wein aufgespritet, die Hefen sterben ab und die Gärung ist beendet. Zur Reifung werden die aufgespriteten Weine nach Vila Nova de Gaia gebracht, ein auf der Südseite des Duoro gegenüber von Porto gelegener Ort. Dort lagert er in traditionellen Fässern oder Pipes. Es gibt verschiedene Port-Stile, die von der Qualität und der Produktion des Weins abhängen und davon, ob er das Erzeugnis eines einzigen Jahres oder ein Verschnitt aus mehreren Jahrgängen ist und ob der Wein kurze oder längere Zeit entweder in Holz und in der Flasche reift. Folgende Stile werden unterschieden: White Port, Ruby Port, diverse Qualitätsstufen von Tawny Port, Vintage Charakter Port, Crusted Port, Late Bottled Vintage Port (LBV), Colheita Port, Vintage Port und Single Quinta Vintage Ports. port. Vinho do Porto span. Vino de Porto

Postre (ausgesprochen: Postré)

(span.), dt. Nachtisch, Dessert.

Potaje (ausgesprochen: Potache)

(span.), dt. (meist dicke) Suppe.

Pote (ausgesprochen: Poté)

(span.), dt. Eintopf.

Prä-Phylloxera

Die Zeit vor der Reblauskatastrophe, die in Europa um 1870 einsetzte.

Prädikat

In Deutschland und auch in Österreich gebräuchliche Kategorie der Qualitätsweine mit Prädikat (QmP) und ihrer Unterteilung entsprechend dem Zuckergehalt ihres Mostes (Mostgewicht). In Deutschland: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese, Eiswein. In Österreich: Spätlese, Auslese, Strohwein, Eiswein, Beerenauslese, Ausbruch, Trockenbeerenauslese.

Primäraromen

Typische, im Wein wahrnehmbare Aromen, die von der Rebe selbst gebildet werden, sie bringt blumige, fruchtige oder pflanzliche Aromen in den Wein ein. Aber auch mineralische Noten, denn auch der Boden, auf dem die Trauben wachsen, kann sich im Wein ausdrücken. Vgl. Sekundäraromen und Tertiäraromen. span. aromas primarios port. aromas primários

Propriedade (ausgesprochen: Propriedade)

(port.), dt. Besitz. Teilweise in Verbindung mit dem Begriff „engarrafado“ ein Hinweis darauf, dass der Wein im Weingut abgefüllt wurde.

Prosecco (ausgesprochen: Prossekko)

Italienische Rebsorte, die vorwiegend für den leichten Perlwein gleichen Namens verwendet wird. Anbaugebiete sind die nordostitalienischen Regionen Venetien und Friaul.

Pulpo (ausgesprochen: Pulpo)

(span.), dt. Tintenfisch; vor allem in Galizien kommt er als delikate Spezialität „pulpo a la gallega“ (Tintenfisch auf galizische Art) auf den Tisch. Besonders angenehm ist seine zarte Konsistenz, da er noch fangfrisch eingefroren, dann mit Lorbeerblättern weich gekocht und lediglich mit Paprika, Salz und Olivenöl gewürzt wird.