23.02.2019
Notiz zum Wein: Redoma Rosé / 2017
Quelle: General-Anzeiger Bonn (D) - 6/2019

Typisch Niepoort eben: REDOMA ROSÉ 2017

Eine sehr schöne Verkostungsnotiz zu Dirk Niepoorts REDOMA ROSÉ 2017 hat Caro Maurer (MW) am Wochenende im »General-Anzeiger Bonn« veröffentlicht. „Ein provokativer Rosé - typisch Niepoort eben” lautet ihr Fazit über Dirk Niepoorts rosa Cuvée, erzeugt aus Tinta Amarela, Touriga Franca und anderen Rebsorten. Über den Douro-Wein schreibt sie nachfolgend im Original:

„Für Dirk Niepoort sind Konventionen eigentlich nur da, um mit ihnen zu brechen. Seine Familie besitzt eines der alteingesessenen Portweinhäuser, doch Dirk war in den 80er Jahren einer der ersten, der am Douro lieber Wein machte als Portwein. Zuerst noch kritisch betrachtet von seinem Vater, hat er mit Fabelhaft einen der erfolgreichsten modernen Markenweine Portugals geschaffen. Mit Kollegen vom Douro gründete er die Douro-Boys - Freundschaft statt Konkurrenz ist ihre Marketingstrategie. Ob Dado (eine Cuvée aus Dão und Douro), Baga aus Bairrada oder Fio an der Mosel - Niepoort setzt seine Ideen unbeirrt um. Jetzt mit Redoma Rosé. Auch hier hat er alle herkömmlichen Vorstellung von Rosé verworfen. Schon im Duft macht der Rosé klar: Es geht um etwas anderes als schnulzige Frucht. Typisch für die Douro-Rebsorten wie Tinta Amarela und Touriga Franca sind die floralen Noten wie getrocknete Hibiskusblüten, dazu ein Hauch Fenchel und rosa Pfeffer. Erst dahinter lassen sich rote Früchte wie Erdbeeren, Johannisbeeren und Kirschen wahrnehmen. Der Ausbau in Fässern aus neuer Eiche hat eine leicht herbe Note beigesteuert. Im Mund ist dieser Rosé nicht schmeichelhaft sanft, sondern packt zu mit griffigem Gerbstoff und gestraffter Säure. Was in dieser Konzentration erst etwas unnachgiebig wirkt, dröselt sich dann Schluck für Schluck auf. Ein provokativer Rosé - typisch Niepoort eben.”

[af]

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